Zeichnen in der Natur lernen (Teil 2) – Materialien: Stifte, Aquarell, Buntstifte

von | 19. Dezember 2018 | Aquarell, Kreativität, Naturtagebuch, Skizzenbuch, Zeichnen | 0 Kommentare

Im zweiten Teil dieser praktisch orientierten Serie über Naturtagebücher möchte ich eine Blick auf die Materialien werfen: Bleistift, Fineliner und diverse Möglichkeiten um Farbe ins Skizzenbuch zu bringen.

Dinge die man im Hintergrund behalten sollte bei der Auswahl:

  • Achte auf das Gewicht. Draußen zeichnen bedeutet, dass man seine Werkzeuge tragen muss. Es ist sinnvoller, einige erprobte Stifte mitzunehmen, die man variabel einsetzen kann, als eine große Auswahl an Einzelstiften.
  • Das Gleiche trifft für Aquarellkasten und Buntstifte zu. Eine gute Basispalette ist leicht und hat nicht zu viele Farben - und du profitierst beim Malen auch von einer limitierten Farbauswahl.
  • Ein Bleistift gehört zur Grundausrüstung. Für manche Zeichner ist er das einzige Werkzeug um draußen Skizzen anzufertigen. Ich habe gern eine kleine Auswahl an Bleistiften in unterschiedlichen Härtegraden dabei: einen HB, einen etwas härteren (3H) und einen weicheren (2B) um dunkle Flächen zu zeichnen. Damit deckt man schon eine recht gute Auswahl an Tonwerten ab. Ich nutze auch gern mechanische Bleistifte, da man sie unterwegs nicht anspitzen muss. Ein kleines Messer (was man vielleicht sowieso dabei hat) kann auch als Ersatz für einen Anspitzer herhalten.
  • Es gibt unterschiedliche Radierer und andere Werkzeuge, um eine Bleistiftzeichnung zu bearbeiten. Ich nutze gern einen Kunststoffradierer mit einer schmalen Spitze, und einen kleinen Knetgummiradierer.
  • Ein oder zwei Fineliner in schwarz, braun oder sepia sind praktisch für Notizen oder einfache Tuschezeichnungen. Ich verwende vorwiegend Stifte mit wasserfester Tusche, so dass ich im zweiten Durchgang mit Aquarell darübergehen kann. Wer mag, kann auch einen Füller zum Zeichnen verwenden, das gibt eine schöne Linie und manche Füller lassen sich mit wasserfester Tinte benutzen. Ein Pinselstift in mittelgrau kann praktisch sein, um schnell Licht und Schatten in einer Zeichnung anzudeuten.
  • Weiße Gelstifte oder weiße Gouache sind gut um Lichter zu malen.
  • Eine kleine Aquarellpalette mit 12-18 Farben ist gut geeignet, um Farbe ins Skizzenbuch zu bringen. Achte darauf, Pigmente zu wählen, die sich gut mischen lassen und die dabei ihre Intensität behalten und keinen Farbmatsch produzieren. Mit einer zusätzlichen kleinen Gouachepalette kann man Lichter hinzuzufügen. Es gibt verschiedene kleine Paletten aus Metall oder Kunststoff, wer mag, kann auch für den Anfang einfach eine Pfefferminzdose nehmen.
  • Es gibt kleine Reisepinsel in guter Qualität, für unterwegs ist allerdings ein Wassertankpinsel auch sehr praktisch - das Wasser ist dann schon hinten im Pinselkörper enthalten. Man spart sich auf diese Art das Wassergefäß und umgeht das Transport- und Entsorgungsproblem (Malwasser bitte nicht einfach in die Natur kippen, da manche Farben Schwermetalle enthalten - auch kleine Mengen können Schaden anrichten). Ein kleiner Lappen leistet auch immer gute Dienste.
  • Buntstifte sind eine andere Möglichkeit, schnell Farbe in eine Zeichnung zu bringen. Es gibt auch Aquarellstifte, die sich mit Wasser anlösen lassen. Eine kleine Auswahl ist auch hier besser als eine große Box. Ich nehme gern kleine Buntstiftstummel, die schon kurzgespitzt sind. Das spart Gewicht und viel Farbe braucht man unterwegs meist eh nicht.

Das ist auch schon alles! Natürlich kannst du deine Stiftetasche für unterwegs nach Belieben anpassen. Im Grunde ist es nur wichtig, alles möglichst griffbereit zu haben - wer erst minutenlang im Rucksack rumwühlt, verpasst vielleicht die Möglichkeit, den Vogel direkt vor sich zu zeichnen. Natürlich sind Pflanzen und Landschaften da geduldiger. Über eine leichte Ausrüstung freust du dich sicherlich trotzdem.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: die „perfekte Zeichenausrüstung für draußen“ gibt es nicht. Jeder ist ein wenig anders und mag unterschiedliche Materialien, daher nimm diesen Beitrag eher als Anregung und nicht als festes Regelwerk. Und du wirst  vermutlich auch feststellen, dass sich der Inhalt deiner Maltasche von Zeit zu Zeit verändert. Das ist vollkommen ok.

Hier ein Blick auf die Stifte und Farben, mit dene ich zur Zeit losziehe:

Da gerade Winter ist, nehme ich nur einen sehr kleinen Aquarellkasten und ein paar Buntstifte mit (oben im Bild sind an sich schon ein paar zu viele). Meistens zeichne ich vor Ort nur mit einem Bleistift (HB, mechanisch) oder einem Fineliner (Faber Castell PITT in schwarz, grau oder rötel), später am Schreibtisch füge ich dann etwas Farbe hinzu. Ich nehme auch gern meine Kamera mit, um später eine Referenz für die Farben zu haben.

Ich hoffe, die Liste war hilfreich für dich. Wie sieht deine Zeichenausrüstung für draußen aus? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

Im nächsten Beitrag gebe ich noch einige praktische Tipps für das Zeichnen in der Natur.

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Julia Bausenhardt Illustration & Naturskizzen

In diesem Blog schreibe ich über das Zeichnen in der Natur, meine Skizzenbuchexperimente, Pigmente und Aquarelltechniken, Naturtagebücher, Zeichentutorials, Workshops und vieles mehr.
Ich möchte zeigen, wie man die Natur mit dem Skizzenbuch entdecken und dabei gleichzeitig Zeichnen und Malen lernen kann.

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