Ich möchte heute zeigen, wie mein Naturtagebuch nach einigen Wochen regelmäßigem Zeichnen aussieht.
Ein paar Gedanken vorab: Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, eine Art visuelle Feldnotizen auf diesem Blog zu zeigen. Mir gefällt der Gedanke, meine künstlerische Aktivität in einem bestimmten Gebiet zu dokumentieren, um später dann vergleichen zu könne, wie sich meine Arbeit verändert hat. Natürlich ist der Gedanke, unfertige Arbeiten und Skizzen zu zeigen, erstmal unangenehm. Doch ich möchte gleichzeitig etwas von meinen perfektionistischen Ansprüchen weg und mich mit dem Natur-Skizzenbuch aus meiner Komfortzone bewegen. Also habe ich beschlossen, hin und wieder Auszüge daraus zu zeigen (die dann nicht zuletzt auch Inspiration für den Leser sein können).
Wie ich bereits kurz beschrieben habe, geht es beim Naturtagebuch oder Naturskizzenbuch darum, unterwegs in der Natur zu zeichnen: kurze, skizzenhafte Beobachtungen, entweder gezeichnet oder geschrieben. Ein bisschen wie Urban Sketching, nur in der Natur. Oder wie die Feldnotizen eines Wissenschaftlers – es geht hier darum, Details zu beobachten und aufzuzeichnen (im doppelten Wortsinn), wenn das systematisch und genau geschieht, kann das Skizzenbuch durchaus auch wie ein wissenschaftliches Notizbuch funktionieren. Ein solches Naturtagebuch enthält kein perfektes Portfolio (deshalb heißt es ja auch Skizzenbuch), es dient in erster Linie als Werkzeug, seine eigene Beobachtungsgabe zu schärfen. Ich darf also im Naturtagebuch experimentieren und rumprobieren, und wenn ich mich dabei technisch verbessere, geschieht das nebenbei. Das nimmt schon mal etwas den Druck.
Mit einem Naturtagebuch kann ich:

  • meine Zeit in der Natur dokumentieren und mich mehr mit den Details beschäftigen, die ich dort sehe
  • Tiere und Pflanzen besser verstehen
  • meine Naturerlebnisse mit Anderen teilen
  • meine Werkzeuge und Techniken (Stifte, Aquarell, Tusche, Gouache) besser verstehen lernen
  • besser werden im Zeichnen und Malen nach der Natur – vor allem was Pflanzen und Tiere angeht
  • Ideen für persönliche Projekte sammeln und ausprobieren

Das sind sehr viele positive Faktoren, und ich hoffe, dass wenn ich hier meine Skizzenbuchaktivitäten dokumentiere, werde ich auch mit der Zeit Veränderungen bemerken in meiner Beobachtungsgabe, meiner Zeichentechnik, und in meinem Naturerleben. Natürlich wird es auch interessant zu sehen, wie Zeit und Bequemlichkeit als Faktoren mitspielen – mal schauen ob es so eine gute Idee war, das Skizzenbuch im Winter anzufangen..
Im letzten Monat habe ich viel über die Anatomie von Vögeln gelernt (auch für ein Projekt, über das ich bald mehr erzähle), dementsprechend sind im Naturtagebuch viele Studien von Vögeln. Es macht Spaß, Vögel draußen zu beobachten, und es ist auch interessant, sich dann am Schreibtisch mit Hilfe von Büchern und Fotos mit den Details zu beschäftigen.

Ich habe auch den Edersee südlich von Kassel mit seinem Rest an Wasser besucht, seit dem Sommer kann man dort auf dem Seegrund spazieren und die Ruinen der ehemaligen Siedlungen im Edertal besichtigen. Dort waren außerdem interessante Motten und eine Mondlandschaft von getrocknetem Schlamm und Steinen zu sehen. Der Geschichtsverein hat zudem noch hölzerne Pfähle im Boden angebracht, die zeigen, wie hoch das Wasser bei Vollstau normalerweise steht – 8,50m. Ein etwas gruseliges Gefühl.

Ich hoffe du liest mit auf meiner Reise mit dem Naturtagebuch. Lass mich wissen, wenn du Fragen hast oder es auch gern mal ausprobieren willst (ich kann es nur empfehlen!). Ich habe auch kürzlich in einem kleinen Videokurs zum Thema grundlegende Techniken zum Zeichnen in der Natur vorgestellt, hier geht es zum Kurs bei Skillshare (englisch). Ein deutscher Kurs folgt bei Interesse bald. :)

Melde dich zum Newsletter an

Erhalte regelmäßig Emails mit Ideen und Tips zum Thema Skizzenbuch, Aquarell und Zeichnen in der Natur, sowie Neuigkeiten zu meinen Kursen.

Du hast dich erfolgreich angemeldet!